LogPrivatinsolvenz und Restschuldbefreiung

Bin ich in 6 Jahren wirklich schuldenfrei?

Grundsätzlich JA! Nach der Insolvenzordung (InsO) können grundsätzlich alle Personen eine so genannte Restschuldbefreiung erlangen. Hiermit soll redlichen Schuldnern, d. h. solchen, die unverschuldet in eine wirtschaftliche Notlage geraten und zahlungsunfähig geworden sind, die Möglichkeit gegeben werden, sich von Ihren Schulden zu befreien. Dadurch kann der Schuldner einen wirtschaftlichen Neuanfang machen.

Die Restschuldbefreiung kann aber nur aufgrund eines gerichtlichen Verfahrens, eines Insolvenzverfahrens erlangt werden. Im Insolvenzverfahren wird in der Regel zunächst das verwertbare Vermögen des Schuldners zugunsten der Gläubiger verwertet.

Nach neuem Recht gibt es zwei Arten von Insolvenzverfahren: Das normale Insolvenzverfahren ist vorgesehen für alle selbstständigen. Für alle anderen, für die normalen Verbraucher ist dieses Verfahren zu aufwendig und kompliziert. Deshalb gibt es für diesen Personenkreis ein einfacheres Verfahren, das sogenannte Verbraucherinsolvenzverfahren.

Vor der Entscheidung des Gerichts über eine Restschuldbefreiung muss deshalb in jedem Fall ein Insolvenzverfahren, entweder ein normales oder ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchgeführt werden.

Außergerichtliche Schuldenbereinigung

Privatinsolvenz und SchuldnerberatungFür das Verbraucherinsolvenzverfahren sieht das Gesetz zusätzlich zum gerichtlichen Insolvenzverfahren zwingend zunächst ein vorgeschaltetes, außergerichtliches Schuldenbereinigungs-verfahren vor. Wer also als Verbraucher eine Restschuldbefreiung erlangen will, kann nicht gleich zum Gericht gehen und einen Insolvenzantrag stellen.

Er muss vielmehr zuvor versuchen, ohne gerichtliches Verfahren eine Einigung mit seinen Gläubigern über eine Schuldenbereinigung zu erzielen. Dieses Verfahren ist eine Art Schlichtungsverfahren, wie es auch in anderen Bereichen bekannt und vorgeschrieben ist. Gelingt eine außergerichtliche Einigung, ist dies für den Schuldner schneller und billiger als ein gerichtliches Verfahren.

Das außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren kann ein Schuldner nicht alleine unternehmen. Er muss sich hierfür an eine geeignete Stelle, vorzugsweise an einen erfahrenen Rechtsanwalt, wenden.

Der erste Schritt auf dem Weg zur Restschuldbefreiung ist deshalb immer die Beratung durch eine von Berufs wegen geeignete Person oder Stelle.

Mit Hilfe der Beratungsstelle oder der beratenden Person muss der Schuldner einen so genannten Schuldenbereinigungsplan aufstellen. Diejenigen, die in der Schuldenregulierung erfahren sind, wissen, wie das zu geschehen hat. Der Schuldner muss in diesem Plan seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse darlegen und einen konkreten Vorschlag machen, wie die bestehenden Schulden bereinigt werden sollen (Ratenzahlung, Stundung, Erlass, Teilerlass o. a.). Der Plan sollte auch angeben, ob und inwieweit Bürgschaften, Pfandrechte und andere Sicherheiten der Gläubiger von dem Plan berührt werden.

Der Plan wird allen Gläubigern zur Stellungnahme übersandt.

Sind die Gläubiger mit diesem Vorschlag einverstanden (vielleicht auch erst nach mehreren Verhandlungen und Änderungen des Plans), ist der Plan mit dem entsprechenden Inhalt vereinbart, sozusagen als eine Art außergerichtlicher Vergleich zwischen Schuldner und Gläubigern. Der Schuldner muss nur noch das leisten, was im Plan vereinbart ist, nicht mehr die ursprünglichen Schulden.
Kommt in diesem außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren keine Einigung zustande, schließt sich die zweite Stufe an, das gerichtliche Verfahren. Diejenige Person oder Stelle, die den Schuldner im außergerichtlichen Verfahren beraten hat, muss über den durchgeführten Einigungsversuch eine Bescheinigung ausstellen, die der Schuldner in der zweiten Stufe bei Gericht vorlegen muss.

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